Allgemeines zum Abwasser
Wer eine Gewässergütekarte Thüringens aus dem Jahr 1993 betrachtet, findet darauf viele hellgrüne, gelbe, aber auch rote Linien. Sie stehen für kritisch belastete, stark verschmutzte und übermäßig stark verschmutzte Flüsse. Die gleiche Karte aus dem Jahr 2002 zeigt viel dunkelgrün und hellblau, aber auch etwas violett. Diese Linien stehen für mäßig, gering und sehr gering belastete Flüsse und Bäche. In dieser Zeitspanne entstanden im Freistaat viele moderne Kläranlagen. Investitionen, die dafür sorgen, dass immer weniger ungeklärtes Abwasser in unsere Gewässer gelangt.
Waschen, Spülen, industrielle Produktion – Tag für Tag verbrauchen wir Trinkwasser, wandeln es in Abwasser um. Unsere Aufgabe als Abwasserverband ist es, das verbrauchte Wasser zu reinigen und wieder in den natürlichen Kreislauf zurückzugeben. Über Kanalnetz und Hauptsammler gelangt das Schmutzwasser in die Kläranlage. Dort werden zunächst mit Hilfe eines Rechens grobe Inhaltsstoffe entfernt. Dabei wird Abfall herausgefiltert, der eigentlich gar nichts in der Kanalisation zu suchen hat. Der Müll wird in Containern gesammelt und entsorgt.
Das Abwasser wird anschließend zum Sandfang geleitet, um die Fließgeschwindigkeit zu reduzieren. Dadurch sinken mitgeführte Kies- und Sandteilchen ab. Diese werden vom Wasser getrennt und ebenfalls zur Mülldeponie gebracht. In den Vorklärbecken werden langsam absinkende Schmutzstoffe vom durchfließenden Wasser getrennt. Bestandteile, die leichter als das Wasser sind, schwimmen hingegen auf der Oberfläche und können durch Abfischen entfernt werden. Die mechanische Reinigung des Abwassers wird hier abgeschlossen. Nun gelangt das Abwasser ins Belebungsbecken, wo es über ein Rohrsystem mit Luft angereichert wird. Bakterien, welche die gelösten und kolloidalen organischen Schmutzstoffe des Abwassers verzehren, hält man auf diese Weise in der Schwebe und führt den für die Reaktionen benötigten Sauerstoff zu. Im Nachklärbecken setzt sich schließlich der Belebtschlamm ab. Das saubere Wasser wird Flüssen oder Bächen zugeleitet, während der Schlamm größtenteils ins Belebtbecken zurückgepumpt wird. Überschüssiger Belebtschlamm wird hingegen gemeinsam mit dem Vorklärschlamm in die Schlammbehandlungsanlage geleitet.



