Weltwassertag zum Thema "Wastewater"

Unserer Umwelt zuliebe: Zu den wichtigen Zielen der Vereinten Nationen zählen die Halbierung des Anteils unbehandelten Abwassers sowie eine beträchtliche Steigerung dessen Wiederaufbereitung und gefahrlosen Wiederverwendung weltweit. Wachsende Bedeutung erhält die Nutzung des aufbereiteten Abwassers als Ersatz für Frischwasser, etwa bei der landwirtschaftlichen Bewässerung oder in industriellen Prozessen. Auch die Rückgewinnung und Wiederverwendung von Inhaltsstoffen des Abwassers (z. B. Nährstoffe zur Herstellung von Dünger) und dessen Energiegehalt spielen eine immer wichtigere Rolle.

Der Wasser und Abwasser-Verband Bad Salzungen (WVS) macht deshalb auf den Weltwassertag am 22. März aufmerksam, der dieses Jahr unter dem Motto „Wastewater – Abwasser“ steht.

Überall wo Wasser aus dem Wasserhahn genutzt wird, entsteht Abwasser. In jedem privaten Haushalt werden von jedem Einwohner täglich durchschnittlich 121 Liter Wasser verbraucht. Ca. 104 Liter davon werden pro Person und Tag unmittelbar in die Kanalisation geleitet und zur Kläranlage geführt. Mit der ordnungsgemäßen Behandlung von Abwasser aus häuslichem, gewerblichem und industriellem Gebrauch werden Krankheiten und Seuchen vermieden und vor allem die Umwelt geschützt.

In den letzten Jahren ist die Abwasserreinigung sehr aufwendig geworden und muss in vielen Einzelschritten erfolgen. Wurden mit den ersten Kanalisationen des 19. Jahrhunderts hauptsächlich Epidemien eingedämmt, so ist es heute mittlerweile möglich, mithilfe hochentwickelter technischer Verfahren auch Wertstoffe, Wärme und Energie aus dem Abwasser zu gewinnen und zu recyceln. So lässt sich unter anderem der Klärschlamm, der bei der Wiederaufbereitung von Abwasser anfällt, der energetischen Verwertung zuführen. Das macht ihn zur idealen Brennstoffalternative und liefert einen wichtigen Beitrag zur Schonung natürlicher Ressourcen.

Klärgasbehälter Bad Salzungen Faulturm Kläranlage Bad Salzungen

Das Klärgas dient als Brennstoff für einen Gasmotor, der einen Generator antreibt und Strom erzeugt. Etwa 45 % der in der Kläranlage Bad Salzungen benötigen Strommenge wird eigenerzeugt.

Im Faulturm (hier: Kläranlage Bad Salzungen) fault der Klärschlamm bei ca. 36°C. Dabei entsteht Faulgas, mit dem Strom und Wärme erzeugt werden. Der so genannte Klärschlamm bleibt so lange im Faulturm, bis er seine Energie an das Faulgas abgegeben hat.

Dessen Faulgas dient als Brennstoff für einen Gasmotor, der einen Generator antreibt und Strom erzeugt. Damit werden auf der Kläranlage Bad Salzungen etwa 45 Prozent der benötigten Strommenge für den Betrieb der Anlage eigenerzeugt. Aber nicht alles, was Klärschlamm ist, muss verbrannt werden. Alternativ kann er als Dünger wertvolle Dienste in der Landwirtschaft leisten. Er besteht zu mehr als 99 Prozent aus pflanzenbaulich nutzbaren Nähr- und Humusstoffen und ist daher eine ‚Nährstoffsenke‘. Durch die Düngung und Bodenverbesserung mit Klärschlamm und Klärschlammkompost wird eine Vielzahl von umweltrelevanten Effekten erzielt, wie die Verminderung von Humusabbau, Reduktion der Bodenverdichtung sowie die Förderung und der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit.

Heute ist es für uns nahezu selbstverständlich, dass unser Abwasser in das Netz der öffentlichen Kanalisation eingespeist wird, um es auf sicherem Weg in die Kläranlage zu führen. Die wirksame Behandlung von Abwasser ist deshalb nicht nur aus hygienischen Gründen von Bedeutung. Die Reinigung ist auch notwendig, damit die Umwelt nicht zu stark von Nährstoffen belastet wird, die ohne Klärung in Flüssen und Seen zu einer Überdüngung führen würden. Denn Überdüngung und Algenwachstum entzieht den Gewässern Sauerstoff, so dass das gesamte biologische Gleichgewicht aus den Fugen geraten kann.

Der Schutz unserer Gewässer ist somit einer der wichtigsten Herausforderungen und Aufgaben geworden. Mit dem erfreulichen Ergebnis, dass die Qualität unserer Gewässer deutlich verbessert werden konnte. Aber Gewässerschutz muss bereits bei uns selbst beginnen. So kann jeder im Haushalt einen wertvollen Beitrag dazu leisten. Beispielsweise durch den sparsamen Umgang mit Wasser belasteten Haushaltsstoffen, wie Wasch- und Reinigungsmittel.